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Gebr. Späth, Ennetach

Orgelbau in Ennetach hat Tradition, 1843 wurde sie von Vitus Klingler begründet. Klingler stammte aus Hart bei Haigerloch und hatte den Orgelbau bei seinem älteren Bruder erlernt, der in Hart bereits eine Werkstätte führte.

1844 kam Alois Späth (1825-1876), der Gründer der Orgelbauerfamilie Späth, zu Klingler in die Lehre, nachdem er zuvor schon eine Schreinerausbildung absolviert hatte. Nach dem Lehrabschluss blieb Späth weiter bei Klingler tätig, bis dieser im Juli 1862 krankheitshalber seine Werkstätte aufgab. Späth machte sich nun selbständig und betrieb den Orgelbau im neu erbauten Haus in der Scherergasse. Aus seiner Werkstätte sind sechs Instrumente bekannt, unter anderem eine Orgel für die Martinskirche in Mengen. Drei seiner Söhne erlernten ebenfalls den Orgelbau.

Franz Xaver Späth (1859-1940) konnte schon als Schulpflichtiger Orgeln selbständig stimmen. Nach seiner Lehre beim Vater arbeitete er bei Maier in Feldkirch, Brahmann in Ulm und Klingler in Rohrschach. 1882 übernahm er den väterlichen Betrieb.

Seine ersten Werke baute er für die Pfarrkirchen von Herbertingen, Rennhardsweiler und Dotternhausen. Die Söhne Albert (1866-1948) und Hermann (1867-1917) erlernten den Orgelbau bei ihrem älteren Bruder. Albert Späth arbeitete danach bei Ladegast in Weißenfels, Steinmeyer in Oettingen und wurde 1891 Teilhaber am Geschäft seines Bruders. Die Werkstätte firmierte nun unter "Gebrüder Späth", der Betrieb nahm einen bedeutenden Aufschwung. 1892 wurden die Arbeitsräume erweitert und ein neuer Orgelsaal gebaut. 1900 weitere Neubauten, 1903 teilweise Zerstörung durch Brand und Neuaufbau. 1893 erste pneumatische Orgel in Kanzach, 1901 erste Späth Orgel mit elektrischer Traktur in der Abtei Beuron. 1902 wurde Opus 100, 1930 Opus 400 erbaut. 1927 Ernennung zum päpstlichen Hoflieferanten.

Große Instrumente mit mehr als 50 Registern entstanden neben anderen für Ellwangen, Saarbrücken (St. Michael), Stuttgart (Marienkirche), Rottweil (Münster) und Fulda (Dom). 1924 stirbt Franz Xaver Späths zweiter Sohn unerwartet, der erste Sohn Karl (1899-1971), promovierter Dr. med., tritt 1924 ins elterliche Geschäft ein, wird 1926 neben Bihle, Jahnn, Mahrenholz und Walcker in die Orgelbaustudienkommission gewählt und führt die Firma bis zu seinem Tod im Jahre 1971.

Der dritte Sohn August (1908-1979) wird 1934 Mitinhaber der Firma, trennt sich 1960 von seinem Bruder Karl und übernimmt die Filiale "Freiburger Orgelbau". 1967 verlegt er diese Werkstätte nach March-Hugstetten, heutiger Inhaber ist sein Sohn Hartwig Späth (*1942). Der Betrieb in Ennetach wurde 1971 von acht Mitarbeitern der Gebr. Späth übernommen, seit 1990 ist der jüngste Gesellschafter, Werner Waldinger, Alleininhaber. Die Orgelbauerfamilie Späth hat während vier Generationen elf Orgelbauer hervorgebracht und vor allem in Süddeutschland und auch im Ausland bedeutende Instrumente der Romantik geschaffen. Eines der ältesten Werke blieb in Altoberndorf, St. Sylvester, (Opus 10/1890/II/14/P, mechanische Kegellade) erhalten. Originale große Instrumente bestehen heute noch in St. Michael, Saarbrücken und Hl. Geist, Schramberg.

Quelle: Ferdinand Moosmann

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